Tipps für Musiker

Wie bringe ich meine Songs in die Playlisten?

Mehrere hundert Millionen Menschen weltweit haben sich unterdessen bei den führenden Streaminganbietern wie Apple Music, Tidal, Deezer und natürlich vor allem Spotify angemeldet. Es gibt kaum noch Künstler, die sich 2018 dem Streaming verweigern und entsprechend riesig ist die Auswahl an Musik auf den Streamingplattformen. Aus dieser unglaublichen Masse herauszustechen, ist entsprechend alles andere als einfach und die Frage «wie komme ich eigentlich in diese Playlists?» die wohl meistgestellte gegenwärtig.
Wieso Playlisten überhaupt so wichtig sind? Schafft man es in eine Playlist mit großer Reichweite, erreicht man automatisch ein breites Publikum, welches oft noch nie von deiner Musik gehört hat und sonst womöglich auch nie darauf gestoßen wäre. Genießt die Playlist einen guten Ruf, vertrauen die Hörer den Machern und checken die Songs aus, wenn es ihnen gefällt werden sie auch weitere Musik von dir anhören und irgendwann werden sie zu Fans. Früher wollte man unbedingt ins Radio (das schadet natürlich auch heute nicht!), heute sollen Playlisten der Karriere ordentlich Schub verschaffen. Um dies mit Zahlen zu untermauern: Hat man es zum Beispiel in einer der offiziellen Spotify-Playlists geschafft, nehmen die Streams meist um 50-100% zu. Selbst wenn man danach nicht mehr in dieser Playlist ist, steigern sich die Streams in den Folgemonaten um rund 20%.

Was für Playlisten gibt es bei Spotify, Apple Music, Tidal und Deezer?

Es gilt dabei zwischen drei verschiedene Arten von Playlisten zu unterscheiden:
1. Von den Streaminganbietern selbst erstellte und von Mitarbeitern kuratierte Playlists. Diese Playlist Editors oder Kuratoren entscheiden selbst, welche Musik sie in die auf Genres oder Moods basierenden Playlisten unterbringen wollen.
2. Ebenfalls von den Streaminganbietern erstellte Playlists bei denen jedoch ein Algorithmus entscheidet, welche Songs es in die Playlist schaffen.
3. Von Usern erstellte Playlists. Das können Musikmagazine, Labels, Künstler, Blogger, Radiosender oder einfach Musikliebhaber sein. Es gibt alleine auf Spotify über 2 Milliarden solcher Playlisten.

Damit deine Musik in diesen Playlisten landet, braucht es diverse Schritte und entsprechend auch eine gute Portion Geduld.

Schritt 1: Digitaler Musikervertrieb

Der erste Schritt ist verhältnismäßig einfach: mach gute Musik und stell sicher, dass diese bei allen Streaminganbietern erhältlich ist.

Schritt 2: Verifiziere deine Accounts

Auch Schritt zwei braucht noch wenig Aufwand: Verifiziere deine Profile. Wie das bei Spotify und Apple Music funktioniert, haben wir in vorherigen Blogbeiträgen bereits beschrieben. Eine Verifizierung macht nicht nur einen seriöseren Eindruck, die Algorithmen bevorzugen auch verifizierte Accounts.
Natürlich reicht die Verifizierung alleine nicht aus: das Profil muss dann auch gepflegt, mit Infos gefüttert und jederzeit aktuell gehalten werden. Betrachte das Profil als deine Visitenkarte, die den Streaminganbietern zeigt, dass du verstehst was du machst und es dir wichtig ist, wie du dich auf ihrer Plattform präsentierst.

So wie wir alle sind natürlich auch die Kuratoren ständig auf den Sozialen Medien unterwegs und dort auf der Suche nach neuer Musik. Sollten sie bei dieser Suche auch mal auf deinem Profil landen, sollte auch dieses aktuell und gut gepflegt sein. Halte also deine Instagram, Facebook und Twitter-Accounts sowie deine Website immer auf dem neusten Stand, auch diese sind eine Visitenkarte. Achte deshalb auch darauf, dass sich dein Stil durch alle Profile durchzieht.

Schritt 3: Steigere die Anzahl deiner Follower

Bewege deine Fans dazu dir auf den Streamingplattformen zu folgen. Auch in der Welt des Streamings geht es nicht einzig um gute Musik, kein Kurator wird deine Musik in eine Playlist aufnehmen, wenn du 2 Follower und 13 monatliche Hörer hast.
Poste immer wieder die Links deiner Streaming-Profile und bitte deine Fans über Social Media, in deinem Newsletter oder auch bei Konzerten dich zu supporten und dir zu folgen.

Schritt 4: Erstelle deine eigenen Playlists bei Spotify, Apple Music, Tidal und Deezer

Erstelle deine eigenen Playlists. Beispielsweise kannst du eine Playlist machen, mit allen deinen Songs (dabei achten, dass die neuste Single auch zuoberst ist). Eine andere Möglichkeit ist es, eine Playlist mit deinen Lieblingssongs zu erstellen. Lass es die Bands über Social Media ruhig auch wissen, dass du sie in deine Playlist aufgenommen hast.

Sind die Songs auf den Streamingplattformen erhältlich, alle Kanäle auf dem neusten Stand und die ersten Playlisten erstellt, kann es richtig losgehen.

Schritt 5: Playlist Pitching

Kuratierte Playlists:

Spotify macht es auf ihrer Website ziemlich deutlich: The editorial team at Spotify uses a combination of taste, data, research, and trends to create playlists for our users. So the best way to be considered for Spotify playlists is to make your music as visible as possible and maintain an active presence on Spotify. If your music is breaking, we’ll find it.
Will heissen: du brauchst dich gar nicht erst zu melden, wir finden dich dann schon. Als Künstler hat man also nicht die Möglichkeit an die Kuratoren zu gelangen, es sei denn, man hat zufällig einen beim Bier kennengelernt oder man investiert zahlreiche Stunden, um im Netz an die direkten Mailadressen der Kuratoren zu gelangen.
Natürlich gibt es aber Labels, Managements oder Distributoren wie iGroove, welche die Möglichkeit haben, die Kuratoren zu kontaktieren und ihnen Musik vorzustellen. Diese bilden also quasi das Bindeglied zwischen Künstler und Kurator und treffen auch bereits eine Vorauswahl.

UPDATE: Per 19.07.2018 hat Spotify die Regeln für das Playlist Pitching geändert. Alle Infos dazu findet ihr in diesem Blogbeitrag.

Mehr Infos zu unserem Playlist Pitching Service findet ihr hier.

User Playlists:

Die größte Chance aus eigenem Antrieb auf einer Playlist zu landen, bietet sich bei den von Usern erstellten Playlisten. Von diesen gibt es wie oben erwähnt Milliarden, wobei die meisten aufgrund minimalen Hörerzahlen nicht wirklich von Interesse sind. Es gilt also die wenigen relevanten Nadeln in diesem riesigen Heuhaufen zu finden. Soll heißen es braucht einiges an Recherche bis man die Playlisten gefunden hat, die genügend Reichweite haben und zudem auch noch zum Stil deiner Musik passen. Lasst dabei gesunden Menschenverstand und Realismus walten: als englischsprachiger Rapper aus Oberösterreich mit 16 Spotify-Followern muss man nicht die US-Rap-Playlist mit Millionen von Hörern anfragen, das ist verschwendete Lebenszeit.

Diese Zeit investiert man besser darin die Streamingplattformen intensiv nach passenden Playlisten zu durchsuchen. Man kann sich hier auch gerne einfach von Playlist zu Playlist treiben lassen und dabei die passenden notieren. Es macht sicherlich auch Sinn zu schauen, in welchen Playlisten ähnliche Bands sind. Hast du einige passende Playlisten gefunden, folge diesen, suche den Kontakt zu den Kuratoren. Viele Kuratoren geben ihre Kontaktdaten bereitwillig bei der Playlist bekannte, ansonsten kann man über Google den Kontakt herausfinden. Eine weitere Option an Kontakte von Kuratoren zu kommen, sind Dienste wie Chartmetric, die aber auch nicht ganz günstig sind. Ausserdem empfiehlt es sich, den Kuratoren auch auf den Social Media Plattformen zu folgen. Neben Playlisten die von Blogs, DJs oder Musikwebseiten erstellt wurden, lohnt es sich auch nach Listen von “normalen“ Usern zu suchen, die eine große Reichweite haben. Den Kontakt zu diesen Usern lässt sich leicht über Facebook oder Twitter herstellen. Es lohnt sich den Playlisten erst einige Zeit zu folgen und zu beobachten, was für Songs hereingeladen werden und wie oft sie ihre Liste updaten.

Du hast nun eine Liste mit potentiellen Playlisten und die dazugehören Kontakte beisammen? Gut, dann ist nun der Zeitpunkt gekommen, deine Musik den Kuratoren vorzustellen (Neudeutsch: zu pitchen). Dabei gilt es einiges zu beachten:

o Schicke alle wichtigen Infos und Links in übersichtlicher Form. Dazu gehören Künstler- und Songname, der Link zum Song, Infos zu Promotion, bisherigen Erfolgen etc., allenfalls ein Link zu Pressefotos
o Werde aber gleichzeitig nicht zu ausführlich. Diese Kuratoren erhalten viele Inputs und interessieren sich nicht für deine komplette Lebensgeschichte. Wichtig für sie ist die Musik, die wichtigsten Eckdaten und vor allem musst du ihnen aufzeigen können, wieso du für sie bzw. ihre Playlist relevant sein sollst.
o Rechne nicht damit jederzeit eine Antwort zu erhalten. Nachfragen ist natürlich erlaubt, sie mit Mails zu bombardieren aber eher kontraproduktiv. Wenn du Hartnäckigkeit beweisen willst, dann in dem du ständig neue Songs releast und diese kontinuierlich pitcht aber nicht in dem du für denselben Song dutzende Mal nachfragst.

Hast du es geschafft in einigen dieser User-Playlists unterzukommen, steigt auch die Chance es in eine der offiziellen Playlisten zu schaffen.

Algorithmen:

Von Algorithmen erstellte Playlists – prominenteste Beispiele sind Release Radar oder Discover Weekly – generieren sogar mehr Streams als die von Menschenhand erstellen Playlisten. Aber natürlich kann man hier nicht Pitchen, es sind ja Computer. In einer solchen Playlist unterzukommen ist eigentlich nur dann möglich, wenn ihr auf anderem Weg bereits genügend Streams generiert, um auf dem Radar der Algorithmen aufzutauchen oder wenn ihr perfekt in eine Nische reinpasst.

Playlist Pluggers:

Eine weitere Option, um in Playlisten zu gelangen, sind sogenannte Playlist Pluggers. So wie PR-Firmen versuchen ihre Klienten in die Medien zu bringen, wollen diese dich in Playlisten unterbringen und versprechen zusätzliche Streams. Allerdings sollte man hier sehr vorsichtig sein, da nicht alle Angebote die man im Netz findet wirklich seriös sind. Weil man diese Firmen bezahlt für ihren Versuch und nicht für das Ergebnis, kann ziemlich schnell viel Geld weg sein ohne dass man es in eine Playlist geschafft hat
iGroove hat sich mit einem vertrauenswürdigen und renommierten Partner zusammengetan, der direkte Kontakten zu hunderten Playlisten hat und so eine bestimmte Zahl an (echten!) Streams garantieren kann. Mehr Infos dazu hier.

Schritt 6: Baue eine langfritistige Beziehung zu den Kuratoren und Editors auf

Du hast es in eine oder noch besser mehrere Playlisten geschafft? Gratulation, die Arbeit ist damit aber noch nicht ganz beendet. Nun gilt es den Link zu dieser Playlist zu sharen über deine Kanäle, einerseits natürlich um zu zeigen, dass du es mit deiner Musik in die Playlists geschafft hast, anderseits aber auch, um eine kleine Gegenleistung gegenüber den Kuratoren zu erbringen. Es ist wichtig eine langfristige Beziehung zu den Kuratoren aufzubauen und solche Freundschaftsdienste können natürlich nicht schaden. Man wird in den meisten Fällen nicht bei den ersten Anfragen direkt in den Playlisten landen, man muss sich sowohl die Fanbase aufbauen, die Streamingzahlen kontinuierlich steigern und nicht zuletzt ein gutes Verhältnis zu den Kuratoren aufbauen. Hat man diese langfristigen Kontakte und zudem die entsprechende Anzahl Streams, wird man bald zu einem Stammgast in den wichtigen Playlisten.

Habt ihr noch Fragen oder Inputs zum Thema Playlisten? Dann meldet euch unter info@igroovenext.com.

Weitere Blogbeiträge mit wertvollen Tipps findet ihr hier.

Weitere interessante Artikel

16 Mai 2018

7 Tipps für Musik-Promotion auf Instagram

Ob man es will oder nicht, die sozialen Medien gehören heute zum Musikeralltag dazu. Die momentan wohl wichtigste Plattform ist eine, die lange den Ruf genoss, für Musiker nicht sonderlich relevant zu sein: Instagram. Für viele ist Insta nicht mehr als ein Ort für Selbstdarsteller-Selfies und banale Videos. Das mag sogar stimmen, ist dann aber […]

08 Januar 2018

Die Checkliste für deine Releaseplanung

Wir bei iGroove wollen unsere Kunden dabei unterstützen, stets das Maximum aus jedem Release herauszuholen. Damit dies gelingt, kommt man nicht um eine gute Releaseplanung und Geduld herum. Hat man sein Album fertig aufgenommen, würde man dieses am liebsten umgehend im Verkauf haben. Eine solide Planung kann aber gut und gerne sechs Monate bis zu […]